Von Opfern und Rettern

Es existiert ein sehr einfaches Prinzip auf der Erde in unserer 3D-Welt: Solange es Retter gibt, muss es Opfer geben, die gerettet werden müssen. Und umgekehrt, solange es Opfer gibt, die gerettet werden müssen, muss es auch Retter geben. Alle beide erschaffen zusammen den Täter, Verbrecher, den Bösewicht, denn ohne Bösewicht kein Opfer, und ohne Opfer kein Retter. Nur diese drei erhalten diese Dynamik. Doch ohne die beiden – Opfer und Retter – verschwindet der Verbrecher von alleine.

Diese gesamte Dynamik existiert nicht an einem Ort der inneren Neutralität, ein Nullpunkt, den es auf Dauer zu erreichen gilt. Es gibt die gesunde und die ungesunde Art von Opfer und Retter. Generell ist zu sagen: Wenn du ein brennendes Haus siehst und jemandem aus dem Feuer hilfst, dann war dies ein spontanes Handeln von Opfer und Retter und das Ganze erschafft Energie. Doch wenn jemand in seiner Rolle als Retter oder Opfer verhaftet ist und ständig retten muss oder ständig gerettet werden muss, dann ist es ungesund und fängt an, Energie abzuziehen.

Ein Heiler, der in seiner Rolle verhaftet ist, muss sich immer Menschen erschaffen, die geheilt werden müssen, sprich, die krank sind. Ein Kranker, der permanent jemanden braucht, der ihn gesund macht, muss sich Heiler erschaffen. Seht ihr die Dynamik? Eine spontane Hilfe oder eine eingeprägte Rolle sind das, was den Unterschied ausmacht.

Am wichtigsten ist jedoch der, dass es automatisch keinen Täter, Verbrecher oder Bösewicht gibt, wenn es das Opfer oder den Retter nicht mehr gibt. Erst dies beiden bringen das dritte Element auf den Plan.

Der Verbrecher versucht seine Lebensenergie von dem Opfer zu bekommen. Der Retter erhält seine Lebensenergie davon, dass er das Opfer rettet. Das Opfer bekommt seine Lebensenergie davon, indem es beide auf Abruf hält. Es ist ein Spiel, in dem alle gefangen sind, keine Rolle ist pathetischer als die andere, jede Rolle benötigt die beiden anderen Mitspieler. Und ich rede hier von den Extremen der drei Rollen.

Wir müssen lernen, die Energien auszubalancieren, so dass keine Extreme mehr entstehen können. Wenn wir bei uns selber anfangen, dann findet das eine Resonanz bei anderen und diese Resonanz kann sich dann immer mehr aufbauen. Vielleicht schaut jeder mal bei sich selbst, wo er in einer dieser drei Rollen verhaftet ist. Sei es in der Familie, im Freundeskreis, auf der Arbeit, generell. Wo springen wir immer wieder in eine der Rollen anstatt uns zu einem neutralen inneren Nullpunkt zu bewegen. Wer fordert welche Rolle von uns? Und: es ist wichtig zu erkennen, ob es sich um ein natürliches, gesundes, also Energie erschaffendes Spiel handelt, was aus der spontanen Situation heraus entsteht, oder ob es eine Gewohnheit ist, ein Extrem, das anderen Menschen Energie abzieht. Es dürfte für jeden äusserst spannend sein, sich auf diese eigene Entdeckungsreise einzulassen.

Und was dann? Fangt an, die Rolle des Extremen zu neutralisieren, übernehmt selbst wieder die Verantwortung für Dinge die geschehen und gebt anderen ihre eigene Verantwortung zurück. Wo kein Opfer ist, da muss kein Retter sein und auch der Täter verschwindet von selbst… Probiert es aus.

Herzlichst,
Birgit

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